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ジャパンブリーフ

Asteroiden-Sonde Hayabusa kehrt nach siebenjähriger Odyssee zur Erde zurück  
Japan Brief/FPCJ, Nr. 1019
16. Juni 2010

Asteroiden-Sonde Hayabusa kehrt nach siebenjähriger Odyssee zur Erde zurück

Die japanische Raumsonde Hayabusa, die Gesteinsproben auf dem 300 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden Itokawa sammeln sollte, ist in der Nacht vom 13. Juni (japanischer Zeit) nach einer siebenjährigen Reise durchs Weltall auf die Erde zurückgekehrt. Sie ist die erste Sonde der Welt, die an einem Ort im Weltraum gelandet ist, der weiter entfernt ist als der Mond und dann wieder zur Erde zurückkehrte. Nachdem sie eine Kapsel abgeworfen hatte, von der man sich erhofft, dass sie Proben des Asteroiden Itokawa enthält, verglühte Hayabusa beim Eintritt in die Atmosphäre. Die Kapsel, die in gutem Zustand in der Wüste Woomera in Australien gefunden wurde, wird versiegelt nach Japan transportiert und unter genauer Beobachtung geöffnet. Sollten sich in der Kapsel Sand oder andere Materialien von Itokawa befinden, wäre dies weltweit die erste Materialprobe, die direkt auf einem kleinen Planeten gesammelt wurde.

Steigende Erwartungen auf Aufschlüsse über den Ursprung des Sonnensystems
Angesichts des hohen Interesses der japanischen Bevölkerung an Hayabusas Rückkehr, berichteten japanische Zeitungen und Fernsehsender ausführlich über diese Nachricht. Hayabusa war im Jahr 2003 gestartet und landete im November 2005 auf Itokawa und versuchte, Gesteinsproben des Asteroiden zu sammeln. Doch da die Geräte nicht so funktionierten wie erwartet, ist nicht klar, ob die Sonde bei ihrer Mission erfolgreich war. Dennoch hofft man, dass der Aufprall bei der Landung der Sonde Sand und andere Materialien auf der Oberfläche des Asteroiden aufgewirbelt hat, so dass möglicherweise etwas davon in die Kapsel gelangt ist. Man geht davon aus, dass der Asteroid Itokawa - im Gegensatz zur Erde und anderen Planten - seit seiner Entstehung vor 4,6 Milliarden Jahren unverändert geblieben ist. Sollte die Sonde erfolgreich Sand auf dem Asteroiden gesammelt haben, wird uns dies etwas über den ursprünglichen Zustand der Erde verraten. Die japanische Raumfahrtagentur (Japan Aerospace Exploration Agency, JAXA) geht davon aus, dass die Sonde auch Aufschluss über die Entstehung des Sonnensystems geben kann.

Hayabusa hatte bereits unmittelbar nach ihrem Start viele Probleme, und ihre Reise war eine Folge von beinahe auswegslosen Situationen. Im Dezember 2005 war die Kommunikation mit der Erde sieben Wochen lang unterbrochen, nachdem die Sonde wegen eines Lecks im Treibstofftank aus dem Gleichgewicht geraten war. Im November 2009, nachdem bereits zwei Triebwerke ausgefallen waren, zeigte sich, dass das dritte von Hayabusas vier Ionentriebwerken nicht mehr lief. Aus diesem Grund galt eine Rückkehr zur Erde als unmöglich. Dennoch kam die Sonde zurück, nachdem sie eine Strecke von insgesamt sechs Milliarden Kilometern zurückgelegt hatte. Obwohl Hayabusa deshalb mit dem Phönix verglichen wurde, handelte es sich tatsächlich um eine „Rückkehr mit Blessuren“.

Hayabusas Rückkehr ist aus folgenden Gründen bedeutsam: (1) Sie war ein großer Schritt nach Vorne für die japanische Raumfahrttechnologie, da Japan versucht hatte, alle notwendigen Technologien einzusetzen, um Proben von einem Asteroiden zu sammeln und dabei möglicherweise erfolgreich war; (2) Sie ist der Beweis dafür, dass Japan über die Technologie für Langstreckenflüge zu Planeten im Sonnensystem und wieder zurück verfügt; (3) Es war eine Weltraummission, die mit extrem wenig Treibstoff und kleinen, hoch effizienten Ionentriebwerken durchgeführt wurde. Es war ein Durchbruch, der in vielen Staaten, die die Erkundung des Weltraums fördern, Aufmerksamkeit erregt hat, darunter auch in den USA. Eine Kommerzialisierung wird erwartet; (4) Sie erinnerte daran, wie wichtig stetige Bemühungen um die Entwicklung von fortschrittlichen Technologien sind; (5) Und sie demonstrierte der Welt Japans exzellente Raumfahrttechnologie.

Leitartikel der führenden Zeitungen bewundern die „Pionier-Glanzleistung“
Die Yomiuri Shimbun brachte in ihrem Leitartikel (15. Juni) ihre Bewunderung für die Rückkehr von Hayabusa zum Ausdruck, die sie als „große Leistung in der Geschichte der Weltraumerkundung“ bezeichnete. Sie schrieb: „Zusammen mit der automatischen Kontrolltechnologie, die die Landung der Sonde auf dem Asteroiden ermöglichte, zeigt dies der Welt, wie fortschrittlich Japans Technologie zur Weltraumerkundung ist.“ Doch die Yomiuri ergänzte auch: „Wir sind besorgt bezüglich des nächsten Projekts. Gegenwärtig ist die Entwicklung von Hayabusa 2 unterbrochen, die einen anderen Asteroiden auf einem höheren Niveau erkunden soll. Angesichts der Erfahrungen bei der Entwicklung von Hayabusa wurde das Budget für das neue Projekt fast genauso hoch angesetzt wie für Hayabusa, deren Entwicklung 13 Milliarden Yen gekostet hat.“ Die Zeitung bekräftigte: „Die Regierung sollte Geld für ein bedeutsames Projekt ausgeben, statt es nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen.“

Die Asahi Shimbun stellte in ihrem Leitartikel (16. Juni) fest: „Diese Glanzleistung kann wirklich als historisch bezeichnet werden“. „Wir glauben, dass Hayabusa uns deutlich gezeigt hat, worauf Japan abzielen kann --- und sollte“. Und: „Die Mission hat uns gelehrt, dass alles möglich ist, solange alle im Team zusammenarbeiten und sich weigern, aufzugeben.“ Sie schrieb ferner: „Japan kann zu Recht stolz auf seine Weltklassetechnologie sein. Es steht außer Frage, dass Japans Zukunft davon abhängt, wie das Land dieses besondere Talent entwickelt und nutzt. Wir müssen uns interessante Ziele setzen, für die sich junge Menschen begeistern, was wiederum dazu führen sollte, dass unsere Technologie weiter vorangetrieben und die nächste Generation von Forschern und Ingenieuren ausgebildet und gefördert wird.“

Die Mainichi Shimbun applaudierte in ihrem Leitartikel (15. Juni) mit den Worten: „Dies ist weltweit der erste Erfolg dieser Art.“ Sie schrieb weiter: „Hayabusa hat sich zu einem sozialen Phänomen entwickelt. Im Internet gab es massenweise ermutigende Zuschriften an Hayabusa, als die Sonde heldenhaft um ihre Heimkehr kämpfte. Ausschlaggebend hierfür war die Hartnäckigkeit, die dazu geführt hat, dass die beschädigte Hayabusa viele kritische Situationen meistern konnte. Die unbegrenzten Fähigkeiten des Teams, das Hayabusa unterstützt hat, sind einfach fantastisch.“ Die Mainichi fuhr fort: „Es besteht die Sorge, dass Japaner dazu tendieren, sich in ihr Schneckenhaus zurückzuziehen, doch Hayabusa hat gezeigt, wie wunderbar es ist, wenn man kämpft ohne aufzugeben. Wir hoffen, dass Hayabusa ein Anlass ist, der jungen Menschen in verschiedenen Bereichen, auch in der Weltraumexploration, Selbstvertrauen und Hoffnung gibt.“

Die Nikkei stellte in ihrem Leitartikel (15. Juni) fest: „Dies hat gezeigt, dass Japan noch immer bei der Herstellung von High-Tech-Produkten und bei der Schaffung eines guten Teamworks über herausragende Fähigkeiten verfügt.“ Die Zeitung schrieb ferner: „Die Entwickler setzten innerhalb eines begrenzten und niedrigen Budgetrahmens all ihr Wissen für die Entwicklung der Raumsonde ein, mit dem Ergebnis, dass kompakte, leichte und kosteneffiziente Instrumente entwickelt wurden. Der Erfolg dieses zwergenhaften Planeten-Explorationsprogramm versetzte sogar die NASA [National Aeronautics and Space Administration, die amerikanische Weltraumbehörde] in Erstaunen.“ Die Nikkei ergänzte: „Hayabusas Rückkehr sollte als Möglichkeit für junge Leute verstanden werden, zu erkennen, wie schön und wichtig es ist, Dinge herzustellen.“ Sie schrieb ferner: „Es ist unabdingbar für das Wachstum der japanischen Wirtschaft, dass Humankapital und Technologien kultiviert werden, damit sie zum Kapital und zur industriellen Stärke Japans werden.“

Die Sankei Shimbun schrieb in ihrem Leitartikel (13. Juni): „Hayabusa hat sich mehrfach selbst [aus allen möglichen fatalen Schwierigkeiten] gerettet und ist zur Erde zurückgekehrt. Ihr hartnäckiger Kampf hat die Menschen beeindruckt, und sie hat den liebevollen Spitznamen ,Hayabusa-kun’ bekommen – als wäre sie ein kleiner Junge. So ein Phänomen gab es noch nie zuvor.“ Die Zeitung schrieb weiter: „Hayabusas beharrliches Durchhaltevermögen - wie ein starker Wille – wurde durch die sorgfältige Planung der Forschungsgruppe und die Fähigkeit des Kontrollteams ermöglicht, flexibel zu reagieren. Dieser Triumph wäre nicht möglich gewesen, ohne das Ziel, die Nummer Eins der Welt zu werden. Es war das Ergebnis der wissenschaftlichen Fähigkeiten Japans.“

(Copyright 2010 Foreign Press Center Japan)
*Japan Brief ist ein Originalprodukt des Foreign Press Center, Japan, und gibt nicht die Meinung der japanischen Regierung oder irgendeiner anderen Institution wieder.
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